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Nun war also der große Tag. Berlin-Marathon. Ein Jahr voller Vorfreude und Vorbereitung lag hinter uns. 

Höchst motiviert begaben Michael Blume und ich uns zum Brandenburger Tor. Dort konnte man schon gut die Rennstmosphäre spüren. 

Natürlich steigerte sich das noch bis wir schließlich im Startblock standen. Mit knapp 40.000 Läuferinnen und Läufern auf den Startschuss zu warten, das ist schon was ganz besonderes. Auf den Startschuss? Naja wir hörten mehrere. Durch den riesigen Massenstart wurden die Blöcke zeitversetzt gestartet. Nach jedem Startschuss wateten wir durch Unmengen fallengelassener Kleidungsstücke weiter zur Startlinie. Jede Altkleidersammlung hätte hier ihre Freude gehabt.

  

Dann endlich unser Start. Wir trabten an und ließen uns von der Menge mitziehen. Es war sehr eng. Man müsste sich gut konzentrieren, das man nicht über besagte zurückgelassene Kleidungsstücke stolperte. Wir passierten die piepsenden Zeitmessmatten am Start. Vor ein paar Minuten startete hier noch die Antilopen Gang, auf der Jagd nach dem Weltrekord. Sanft beschleunigten wir. Ein paar hundert Meter liefen wir, dann stieg Michael mit Schmerzen aus. Ich solle weiterlaufen, sagte er zu mir. Nun, das tat ich dann auch. Und wie. Ich machte mir zunächst Gedanken wie ich den Marathon alleine schaffen sollte. Aber war ich wirklich alleine? Um mich herum sind doch überall Läufer. Und Zuschauer. Und die machten ordentlich Party. Besonders die dänischen Zuschauer stachen heraus. Die Dänen stellten in Berlin die zweitmeisten Starter. Und ihre Begleiter feuerten jeden an, der im roten oder weißen Shirt lief. Nächstes mal würde ich auch ein Dänemarktrikot anziehen dachte ich mir. Aber auch sonst war die Stummung genial. Überall standen Leute, klatschten und feuerten an. Irgendwo kam immer Musik her. Sei es live oder von irgendeiner Anlage. Besonders gut gefiel mir „Jan’s Drum Station“. Ein Junge, vielleicht 12-13 Jahre alt, hatte sein Schlagzeug an der Strecke aufgebaut und spielte Schlagzeugsolos.   

Ich saugte die Stimmung voll auf und ließ mich treiben. Die Zeit verging wie im Fluge. Plötzlich sah ich schon das Brandenburger Tor vor mir. Ein zünftiger Endspurt und schon war ich im Ziel. 4:04:10. Bääm! Bestzeit! Alles richtig gemacht.

     

Im Zielbereich traf ich übrigens wieder auf Michael. Der Schlingel ist doch weitergelaufen und war kurz nach mir fertig.

  

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