10. Wennigser Cruisinglauf

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Ursprünglich wollte ich heute gar nicht laufen. Für Philine stand ein Handballturnier an. Leider wurde es recht spontan abgesagt. Also meldete ich mich heute in Wennigsen zu meinem dritten Halbmarathon in diesem Jahr nach.

Laut Veranstalter wird das wahrscheinlich auch der Letzte gewesen sein. Wenn ich die Teilnehmerzahlen von heute mit denen vom 7. Wennigser Cruisinglauf vergleiche wundert mich das nicht, war das Feld heute doch bedeutend kleiner.

Die Strecke hatte sich nicht geändert. Eine kleine Auftaktrunde und vier Runden hoch zum Waldkater und wieder in den Ort zurück. Die Stimmung an der Strecke war wieder toll, die Wennigser machten ordentlich Party. Ich war heute wieder gut in Form und konnte mit 1:55:48 (selbst gestoppt) meine Jahresbestzeit einfahren. 

23. Deisterwaldlauf

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Philine brachte Donnerstag einen Meldezettel für den 23. Deisterwaldlauf vom Ski-Club Springe mit aus der Schule. Sie wollte da den 2,3 km Kinderlauf mitmachen.

Also begaben wir uns heute morgen bei schlechtem Wetter zum Parkplatz Sophienhöhe und meldeten uns für kleines Geld an. Philine für die besagten 2,3 km und mich für die 9,3 km. Alternativ standen noch 6,2 km und 3,1 km zur Wahl. Nadine war heute als Zuschauerin im Start-/Zielbereich dabei.

Kleines Teilnehmerfeld mit Startnummernleibchen beim 23. Deisterwaldlauf vom Ski-Club Springe.

Philine sicherte sich in 18:03 den dritten Platz. So weit ist sie noch nie alleine gelaufen. Ich bin echt stolz auf sie.

Für mich ging es wie sich herausstellte als Einziger über die drei Runden. Die anderen Teilnehmer entschieden sich alle für eine kürzere Distanz. Da wir alle zusammen starteten hing ich mich einfach an zwei Läufer des 6,2 km Laufes dran. Kurz vor Ende der zweiten Runde schob ich mich auf den vierten Platz des Feldes und bog dann in meine dritte Runde ab. Nun galt es für mich nur noch die Pace zu halten. Nach 50:53 sicherte ich mir den konkurenzlosen Sieg.

Zur Siegerehrung gab es noch ein kleines Beisammensein bei Bratwurst auf Spendenbasis und warmen Tee.

Kruså – Flensburg

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Heute nutzte ich zum zweiten Mal die Gunst der Stunde um über die Dänisch-Deutsche Grenze zu laufen. 

  
Ich lief durch das Grenzdorf Kruså. Touristisch gesehen bietet dieses 1.600 Seelen Dörfchen nicht viel. Ich lief entlang dem Fjordvejen nach Kollund. Hier wurde ich mit einem schönen Blick auf die Flensburger Förde belohnt. Den ersten auf meinem heutigen Lauf. Und auch sonst sah Kollund schon schöner aus als sein Nachbarort. 

   
Ich folgte den Gendarmstien Richtung Westen. Über tolle Trampelpfade und morsche Treppen wurde ich wieder zur Grenze geführt. 

Gendarmstien

  

Gut einen Kilometer vor der Grenze startete ich dem primitiven Campingplatz wieder einen Besuch ab. Heute war hier recht viel los, aber trotzdem konnte ich für einen Moment das Rauschen des Wassers genießen. 

 
Nun musste ich mich wieder von Dänemark verabschieden. Mein Lauf sollte aber noch eine Weile dauern. 

Grenzübergang Schusterkate

 
In Wassersleben lief ich wieder über den Strand. Das war zwar anstrengender aber auch schöner. 

  
Weiter am Wasser lang lief ich in Flensburgs Nordstadt ein. Ein kleiner Abstecher zum Nordertor musste sein, danach lief ich wieder zum Wasser runter. 

Nordertor

 

Volksbad

 
Am Hafen gab es wieder allerhand zu entdecken.

   

Museumswerft

  
Auf der Westseite standen schöne, große Boote und Schiffe, auf der Ostseite luden Restaurationen zum verweilen ein. Ich hatte jedoch weder Zeit noch Geld für sowas. 

 
Entlang der Fördepromenade lief ich zur Marineschule Mürwik, von der ich es nicht mehr weit bis zur Unterkunft bei Nadines Eltern hatte.

Mit ca. 22 km war der Lauf von der Länge genau richtig, hatte ich doch nichts zu trinken mitgenommen. Die Strecke war nicht nur sehr schön, sondern auch abwechslungsreich. Und ein Grenzüberquerender Lauf ist immer was ganz besonderes für mich.

1. Hochbunker Müggenkampstraße 51 Marathon – Laufen im Atomschutzbunker

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Als Christian Hottas mir im Dezember zum ersten Mal von der Idee eines Lost Places Marathons in einem Atombunker erzählte war ich gleich hellauf begeistert. Ich nervte ihn desöfteren mit der Frage, was nun draus geworden sei, bis dann irgendwann die Anmeldung freigeschaltet wurde. Natürlich meldete ich mich sofort an und bekam dafür die Startnummer 2 zugeteilt.

 

Müggenkampstraße 51

Bevor der Lauf beginnen sollte gab es erstmal eine abgespeckte Führung durch den Bunker. Michael Berndt vom Verein „Hamburger Unterwelten e.V.“ erzählte uns Wissenswertes. Er wurde 1941/42 erbaut und war seinerzeit sehr beliebt, da dieser Typ Bunker als sehr sicher galt. Nach dem Krieg wurde er zunächst zivil genutzt. Sowohl als Warenlager als auch als Domizil für Musikgruppen und CB-Funker fand man in ihm Verwendung. Ende der 80er Jahre wurde er in einen Atomschutzbunker umgebaut. Im Falle eines nuklearen Schlages fanden hier nun 1867 Personen Schutz für 10 Stunden. Die Tage des Bunkers sind jedoch gezählt. In naher Zukunft soll er Wohnungsneubauten weichen.


Die Veranstaltung lockte neben rund 27 Startern auch Fernsehteams vom NDR und von RTL Nord an. Ein Marathon in so einem Gebäude ist halt schon was ganz besonderes und man muss wohl auch schon ein kleines bisschen verrückt sein, wenn man sich sowas antun will. Schließlich kamen zu den über 42,51 km Strecke über 98 Runden auch 1390 Höhenmeter auf 7449 Treppenstufen hinzu. Dazu muss man auf Tageslicht vollkommen verzichten, man kann sich anhand einer GPS-Uhr nicht orientieren und die Atemluft könnte auch grenzwertig werden. Auf jeden Fall mal was völlig anderes als ein Stadt- oder Landschaftsmarathon. Außerdem sollte der Lauf ein einmaliges Ereignis werden.

Der Marathon wurde vor dem Bunker gestartet. Statt einem Startschuss wurde das Signal per Drucklufttröte gegeben. Wir liefen in den Bunker. Dort bewältigten wir eine kleine Runde, ehe wir auf die 98 vollen Runden geschickt wurden. Man lief eine Etage hoch, durchquerte das Stockwerk erst außen, dann wieder innen zurück und es ging wieder eine Etage höher. Das siebte Geschoss querte man nur einmal, ehe es wieder runter ging. Hierbei musste man auch sämtliche Zwischenetagen erst außen und dann innen ablaufen. Dadurch kam es sehr häufig zu Begegnungen mit anderen Läufern. Da man schlecht durch die Wände gucken konnte ob wer kommt bestand so natürlich auch häufig eine Kollisionsgefahr. Alle Teilnehmer arrangierten sich hierbei sehr gut, Zusammenstöße gab es nach meiner Kenntnis nicht.

 Die vielen, kurzen Runden hatten den großen Vorteil, dass ich alle 4-5 Minuten an Nadine vorbei lief, die heute am VP half. Das ist schon toll, wenn man so oft auf seine Begleitung stößt. Etwas später kam auch Philine hinzu. Sie war im Urlaub und ich hatte sie vier Wochen nicht gesehen. Vor Freude trug ich sie ein Stückchen durch den Bunker, dann wollte sie aber lieber selber laufen.

Foto: Christian Hottas

Die Runden im Atomschutzbunker vergingen recht fix, trotzdem hatte ich das Gefühl, nicht voranzukommen. Man verlor jegliches Gefühl für Zeit, Geschwindigkeit und zurückgelegter Strecke. Das war eine nette Erfahrung, die ich voll auskosten wollte. Deswegen stellte ich meine Uhr auf reine Pulsmessung. Dieser lag bei der ganzen Treppenläuferei 10-12 Schläge höher, als ich bei einem normalen Marathon laufe.Mit zunehmender Zeit wurden die Treppen immer anstrengender. Trotzdem war ich erstaunt, wie gut ich sie ohne jegliches Treppentraining wegsteckte. Einige Mitläufer sahen schon bedeutend gequälter aus als ich mich fühlte. Neben der knackigen Treppe und der monotonen Strecke machte die Luft in den oberen Etagen zu schaffen. Hier aufzugeben ist keine Schande. Die Teilnehmer motivierten sich gegenseitig, damit möglichst viele das Ding regulär beenden konnten.

 Und auch ich konnte heute einen weiteren Marathon in meine Statistik bringen. Nach 7:59:23 piepte die Zeitmessung ein letztes Mal zu meinen Gunsten. Das war eine ganz harte Nuss heute. Aber auch eine schöne Erfahrung. Und meine Mädels führten mich da super durch.

  

RTL Nord

Video von Frank Pachura

Bericht in den Elmsbütteler Nachrichten

Bericht von Toni Hecker

Im Ith bei Ockensen

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Heute war ich mal wieder im Ith unterwegs. Diesmal bei Ockensen. 

Meine Runde begann ich am Wasserbaum, einem weit und breit einmaligem Naturdenkmal. 

Wasserbaum Ockensen


Vor gut 100 Jahren errichtete hier der ortsansässige Sägemüller Herrmann Meyer ein hölzernes Überlaufrohr, was ihm schon vom Sägewerk aus signalisierte, ob der Stauteich zum Betrieb seiner Turbine genug gefüllt war. 

Im Laufe der Jahre bekam dieses Rohr durch Kalk und Moos sein heutiges Aussehen.

  
 Ich lief zunächst einen Feldweg nach Süden. Der erste Weg auf den Ith sollte meiner werden, schließlich wollte ich nach oben. Auf dem Kammweg, der zugleich der Ith-Hils-Weg ist, wurde ich mit einem anspruchsvollen Trampelpfad belohnt. Größere Steine und Wurzeln gaben ihm sein Gesicht. Gesäumt wurde er von Brennesseln, Dornen und umgekippten Bäumen. Eigentlich wie bei Adam und Eva, die kuriosen Felsen weiter nördlich bei Coppenbrügge. Wenn der Weg die ganze Zeit so ist, müsste man eigentlich mal was gescheiteres hier machen. Der Ith schreit nach einer Längsdurchquerung.

Der Höhepunkt meiner heutigen Laufrunde war zweifelsohne Hammerslust, ein wirklich schöner Aussichtspunkt in einem Felskomplex aus Dolomit.

   
 
Der Ith-Hils-Weg führte mich weiter nach Norden. An einer Kreuzung begab ich mich auf den Abstieg, zurück zum Ausgangspunkt am Wasserbaum. 

 Insgesamt war die Runde nur 7 km. Die technisch anspruchsvollen Wege verlangten mir aber einiges ab. Hier war ich bestimmt nicht zum letzten Mal laufen.

3. Kanal-Marathon

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Recht spontan stand für mich heute der 3. Kanal-Marathon zu Hespe, organisiert von Michael Kohlbrok alias Kolibri auf dem Zettel.

Für nur 5€ war man hier dabei. Verpflegung, Urkunde zum selber ausdrucken und einen Kurs mit 9 Runden und insgesamt 42,75 km. Mehr gab es nicht, mehr braucht es nicht.  

 
Von den 8 gemeldeten Athleten starteten 7 und finishten 6. Schon recht früh konnte man die Platzierungen absehen. Grüppchen hielten nicht sehr lange. Jeder lief für sich alleine in seinem Rhytmus. Nur ich konnte mich über Gesellschaft freuen. Nadine war nämlich wieder mal auf dem Fahrrad mit dabei.

Es machte Spaß, so lange am Kanal zu laufen. Das Wetter spielte mit. Nur die Bremsen waren eine echte Plage.

Nach nicht ganz 5 Stunden überquerten wir die gedachte Ziellinie. Zufrieden machten wir uns auf dem Weg, um uns in Porta Westfalica unsere Belohnung in eisiger Form abzuholen.

  

Fanszene-Turnier zum Eilenriedestadionabschied

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Da große Teile des altehrwürdigen Eilenriedestadions dem neuen Nachwuchsleistungszentrum weichen sollen, wurde zum Abschied von den Ultras Hannover ein Fanszene-Turnier auf dem heiligen Rasen veranstaltet.


Das Stadion wurde 1921 unter dem Namen „Stadion der Stadt Hannover“ eröffnet und fasste damals 25.000 Zuschauer. Bevor es 1951 in „Eilenriedestadion“ umbenannt wurde trug es auch die Namen „Hindenburg-Stadion“ und „Hindenburg-Kampfbahn“.


In den Dreißigerjahren gastierte hier zwei Mal die deutsche Fußballnationalmannschaft. 1931 gegen Dänemark (4:2) und 1937 gegen Belgien (1:0), bei dem 54.800 Zuschauer anwesend waren.

Von 1945 bis 1951 wurde das Stadion von der Britischen Rheinarmee genutzt.

Zudem diente es Hannover 96 als Ausweichstadion für die unweit gelegene alte Radrennbahn, die 1958 abgerissen wurde. Unter anderem fanden hier Derbys gegen Eintracht Braunschweig und Arminia Hannover statt.

Die Lizenzspielerabteilung zog ins neue Niedersachsenstadion,die Amateur- und Jugendmannschaften fanden im Eilenriedestadion ihr neues zu Hause. Bis 2008 sollte das auch so bleiben, dann zog die zweite Mannschaft auch um, da das Eilenriedestadion keine Zulassung mehr für die Fußball-Regionalliga bekam. Ich selber sah hier um die Jahrtausendwende unzählige Spiele, ab die ich mich noch gerne zurück erinnere.

Im Mai 2014 wurde der Bau des Nachwuchsleistungszentrums auf dem Gelände des Eilenriedestadions beschlossen. Das historische Tribünengebäude und ein paar andere Objekte sollen zwar stehen bleiben, aber ansonsten hat die letzte Stunde für das Stadion wie wir es kennen geschlagen. Mit dem Umbau wird nicht nur ein schönes, traditionelles Stadion verschwinden, sondern auch eine der letzten 500 Meter Laufbahnen Deutschlands.


Vor einigen Wochen trat Michael Blume an mich heran, ob wir, die „Ostwestfalen 1997“, ein Team stellen wollen. Natürlich sagte ich gleich zu und kümmerte mich um weitere Mitstreiter. Leider musste Blume arbeitsbedingt absagen. Für eine kleine, zusammengewürfelte Mannschaft reichte es trotzdem noch.

Banner aufgehangen – es kann losgehen!

Das wir damit nicht vorne mitspielen würden war uns klar. Darum ging es uns auch nicht. Dabeisein ist alles!

Unser Quartier.

Der Umbau des Stadions hatte schon angefangen. Das war zwar schade, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß.

 Unsere Gegner hießen „Das ist Hannoi!“, „Komplott Hannovera“, „FUTZE Crew Pattensen“ und „Bückeburger Haie 1896“.

Gegen die eingespielteren, größeren Teams hatten wir kaum eine Chance. So verwunderte es nicht, dass wir nicht über die Gruppenphase hinaus kommen konnten. Dafür konnten wir aber schneller zum feierlichen Teil übergehen. Bei Bratwurst und Herri schauten wir uns noch ein paar Spiele an und ließen noch die ein oder andere Erinnerung an das Stadion aufleben.

Obere Reihe von links: Carsten, Danilo, Sascha, ich untere Reihe von links: Justin, Michael, Jörg


  

Inschriften an den Tribünenaufgängen.

Irgendwann wurde es Zeit zu gehen. Mit ein bisschen Wehmut schaute ich ein letztes Mal zurück ins Stadion wie ich es kenne, ehe ich es verlies. 

   

2. Heide-Ultra-Trail

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2014 richtete Klaus Meyer zum ersten Mal den Heide-Ultra-Trail aus, einen 50 Meiler mit 730 Höhenmeter durch die Lüneburger Heide. Mir war das seinerzeit zu viel. Zur zweiten Auflage bot er auch eine 50 km Strecke mit ca. 450 Höhenmeter an. Ganz nach meinem Geschmack. Also meldete ich mich an. 

Zu fünft wollten wir heute zum Start. Relativ spontan erhielt ich drei Absagen. Ich selber lag bis vor kurzem auch noch flach. Wer der Lauf 1-2 Tage eher gewesen, ich hätte auch abgesagt. So machte ich mich aber heute zusammen mit Danilo „Running Zottel“ Striegler auf nach Schneverdingen. Viel malte ich mir für heute nicht aus, aber ich wollte wenigstens dabei sein.

Auf der Hinfahrt schüttete es wie aus Eimern. Ein nasser Auftakt für den 80 km Lauf, der schon im Gange war. Wir 50er sollten mehr Glück haben. Bis zu unserem Start verzog sich der Regen wieder.

Das Rennen begann an der Sporthalle in der Harburger Straße. Schon auf den ersten Kilometern wurde deutlich, dass ich heute der Masse hinterher laufen muss.    

Danilo und ich bildeten zunächst mit Jörg Clausen eine Dreiergruppe. Jedoch konnte ich die Pace nicht halten und wir mussten Jörg nach gut 20 km ziehen lassen. Danilo hätte zwar vorerst mithalten können, da er aber kein eigenes GPS besaß blieb er bei mir. Er wollte den Umgang mit meinem Etrex lernen und übernahm es für das heutige Rennen. Am ersten Verpflegungspunkt sahen wir Jörg nochmal kurz, dann war er endgültig  weg. 

 

VP 1 & 2

Der VP war ein Wohnmobil bei Oberhaverbeck. Dort gab es alles, was das Läuferherz begehrte. Und noch viel mehr. Wir nahmen einen kleinen Snack zu uns und zogen weiter. Es folgten schöne Abschnitte durch Wald und Flur. Am Totengrund konnten wir erstmals die schöne Aussicht über längere Entfernung bewundern. Wir konnten von hier in der Ferne sogar den Snowdome Bispingen erkennen. 

 Der GPS-Track führte uns weiter nach Wilsede, einem idyllischen, autofreien 50 Seelen Dorf. Hier fühlte man sich in die vorindustrielle Epoche zurückversetzt, hier muss irgendwann die Zeit stehengeblieben sein. Man kam sich vor wie in einem Freilichtmuseum. 

   
Wir verließen das Dorf gen Osten vorbei an einer Herde Heidschnucken. Links markierte eine orangene 80 auf einem Baum den weiteren Streckenverlauf für die 50 Meiler. Wir liefen gradeaus weiter. Ein paar km weiter trafen wir auf die nächsten Markierungen und Bögen rechts ab. Nun liefen wir einen sandigen Wirtschaftsweg durch offene Heide. Eine Kutsche kam uns entgegen. Der Kutscher gab fröhlich ein Lied zum besten. An der nächsten Kreuzung passte der GPS-Track nicht im geringsten zu unserer Umgebung. Danilo war ratlos. Ich warf ein Blick auf den Track und die Karte. Scheiße! Wir hätten vor längerer Zeit abbiegen müssen. Ein Ablesefehler ließ Danilo denken, wir seien noch auf Kurs. Ok, das war auch meine Schuld, ich hätte öfter mal ein Auge auf das Gerät werfen müssen. Also wieder zurück. Unsere Abzweigung hatten wir bei der 80 verpasst. Da war auch eine 50, jedoch war sie nicht so gut zu sehen wie die 80. Der Fehler hatte uns ordentlich Zeit und Nerven gekostet. Insgesamt sollten wir heute 12 Bonuskilometer zurücklegen. Wenn man sowieso schon angeschlagen ist, ist das natürlich doppelt bitter. Wir meldeten uns telefonisch bei Klaus, dass es wohl später wird. Unser Tempo verlangsamte sich mehr und mehr. Trotzdem verlor die Strecke für uns nichts von ihrer Attraktivität.

  

   Wir erklommen den 169 m hohen Wilseder Berg, der höchsten Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene. Von hier hatten wir einen herrlichen Ausblick über unseren nächsten Streckenabschnitt. Und der zog sich gefühlt ganz schön in die Länge. Ein 80er überholte uns. Ich glaube, es war Holger Kanzog. Na wenigstens waren wir nicht alleine unterwegs. Noch nicht. Wir hatten ja noch ein ordentliches Stück vor uns.

Nach einer Weile erreichten wir wieder Oberhaverbeck. An einem Gasthof fand eine Ritterhochzeit statt. Das sag schon toll aus, aber wir wollten und mussten weiter. Ein paar hundert Meter weiter waren wir wieder am Wohnmobil.

Ein kurzes Päuschen, ein kühles Bier und weiter ging es auf die letzte Etappe. Nur noch 12 km bis zum Ziel (wenn man sich nicht verläuft). 12 km, die ganz schön lang wurden. Nach einer Weile offenes Gelände erreichten wir wieder einen Wald. Ein Trampelpfad führte uns ein längeres Stück gradeaus hindurch. Hier konnten wir mal wieder Tempo aufnehmen. Für ein paar Minuten lief es wie geschmiert. Schon faszinierend, wie nach so langer Zeit auf einmal wieder ein Flow auftreten kann. 

Unsere kleine Tempoeinheit endete kurz vor der B3. Nachdem wir die Bundesstraße überquert hatten waren wir wieder erheblich langsamer. So zog sich das letzte Stück natürlich wieder in die Länge. Ich war heilfroh als wir endlich wieder Schneverdingen erreichten. Nun war es nicht mehr weit bis zur Turnhalle, wo uns Klaus und ein paar Teilnehner jubelnd in Empfang nahmen. Mit 11:08 bräuchten wir erheblich länger als geplant. Ok, der Umweg hatte tierisch reingehauen. Aber nun war es vollbracht. Wir waren glücklich im Ziel, glücklich, es irgendwie geschafft zu haben. Und Glück mit dem Wetter hatten wir auch, denn bei uns blieb es den ganzen Tag trocken. 

 

KKH Lauf Hannover 2015

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Meine Mutter fragte mich neulich ob ich mit ihr zum KKH Lauf will. Da sagte ich natürlich nicht nein. Nadine und Philine wurden gleich mit angemeldet. Team „SG Lüdersen“.

Da meine Mutter nicht läuft, walkten wir zu viert um den Maschsee. Philine konnte zum Ende noch gut Gas geben. Beim KKH Lauf gibt es bekanntlich ja keine Zeitmessung. Nach meiner Uhr blieben wir aber noch unter einer Stunde. Zur Belohnung gab es Medaillen für alle.

Unabhängig davon: Spaß gemacht hat es allemal. Aber laufen ist dann doch mehr meins. Trotzdem kann man sich zur Abwechslung auch mal ein ruhigeres Tempo gönnen.

 
  

30. Haspa Marathon Hamburg

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Kaum war der eine Jubiläumsmarathon vorbei stand auch schon der Nächste an. Der Hamburg  Marathon wird 30. Dank Gewinnspiel sicherte ich mir eine kostenlose Teilname im Wobenzym Sportteam. Ich machte mich also heute zusammen mit Danilo Striegler und ESKORTE 2300 Mitläufer Werner Kater auf in die Hansestadt.  Im Vergleich zum 28. Haspa Marathon Hamburg hatte sich hier einiges verändert. Die Gepäckaufbewahrung wär ganz woanders und auch der Startbereich war umgezogen. Die ersten Meter der Strecke führten nun nicht mehr über den roten Teppich.

      

Fritz-Walter-Wetter in Hamburg.

 

Ich ordnete mich mit meinen beiden Mitfahrern in den letzten Startblock ganz hinten ein. Werner legte von uns dreien trotz seiner über 90 Marathons die größte Nervosität an den Tag. Der Startschuss fiel und nach einer gefühlten Ewigkeit setzten wir uns in Bewegung. Ich lief zusammen mit Danilo. Werner lief von Anfang an sein eigenes Rennen. Wir überholten nach und nach viele Freunde und Bekannte. Auch Werner überholten wir öfter, er uns aber auch.

Danilo und ich kamen von Anfang an gut ins Rennen. Wir hatten gute Aussichten unter 5 Stunden zu laufen. Insgeheim mein Ziel für heute.

Wir hatten schon ordentlich Strecke hinter uns gebracht und lagen gut in der Zeit als der Regen einsetzte. Aber wie! Der 30. Haspa Marathon Hamburg sollte als der nasseste Hamburg Marathon aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Mich störte der Regen nicht so sehr wie Danilo. Der lief sich nämlich auf Nassen Füßen derbe Blasen. Bei km 32 lies er sie kurz behandeln. Danach konnte er auch nicht besser laufen. Nach einer kurzen Rücksprache liefen wir getrennt weiter.

Die finalen 10 km wurden auch Dank des tollen Publikums nicht so derbe wie erwartet. Einfach unglaublich, wieviele Hamburger dem Regen trotzten und den Läufern ordentlich einheizten. Hamburg, hier laufe ich gerne.

Auf den letzten Kilometern machte ein Läufer seiner Angebeteten einen Heiratsantrag an der Strecke. Ihre Antwort habe ich nicht mehr mitbekommen. Ich wollte heute ja eine gute Zeit hinlegen. Aber unter uns, mein Gefühl sagt, dass sie ja gesagt hat.

Nun näherte ich mich dem Ziel. Auf dem letzten Kilometer zog ich nochmal an um jemand im Braunschweig Trikot zu überholen. Zwei Kurven später lag der rote Teppich vor mir. Ich gab nochmal alles und beendete nach 4:44:41 das Rennen voll zu meiner Zufriedenheit. Meine beiden Mitfahrer kamen zu meiner Freude auch unter 5 Stunden an.                                            

 
https://m.youtube.com/watch?v=0mWyPY_pt2c